mandoisland + toselli 4
Scores and mp3 files - guitar
january 2012 by mandoisland
einige kostenlose Noten für Gitarre
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sheet music man -- kostenlose Noten
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Enrico Toselli
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historische Postkarten
Postcard - Countess Montignoso (Luise) and Signor Enrico Toselli
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january 2012 by mandoisland
CD Toselli
january 2012 by mandoisland
Belcanto aus der Kiste
Enrico Toselli? Wer ihn und seine Musik nicht kennt und kein sehr ausführliches Musiklexikon zur Verfügung hat, wird nur schwer etwas über ihn in Erfahrung bringen können. Zu Beginn seiner Karriere wurde Toselli (1883-1926) für sein Können als Komponist und Pianist überall bewundert. Doch dann kam die Liebe dazwischen. Er heiratete die Adlige Luise von Habsburg Lothringen, die rechtmäßig mit dem späteren König von Sachsen verheiratet war. Ein Skandal! Bald wurde Toselli zu Konzerten eingeladen, nur damit seine Frau in der ersten Reihe saß; sie war der Kassenmagnet. Nach der Scheidung konnte er nicht mehr an die früheren Erfolge anknüpfen und wurde vom Publikum vergessen. Mit nur 43 Jahren starb er.
Enrico Toselli schrieb zwei Opern ‘La cattiva Francesca’ und ‘La principessa bizzara’ (aus der letzteren entstammen zwei Stücke auf der CD). Doch seine Werke für Stimme und Klavier sind es, die ihn vor allem berühmt gemacht haben. Das bekannteste ist wohl die ‘Serenata’, die es in allen (un-)möglichen Bearbeitungen gibt und die eines von Carusos Bravourstücken war.
Der Pianist dieser CD, Leonardo Previero, der auch Musikwissenschaften studierte, fand einige der Lieder in einer Truhe in Florenz. Daher liegen viele Werke noch nicht gedruckt vor und wurden hier zum ersten Mal eingespielt - was die Aufnahme umso spannender macht. Die zugrunde liegenden Texte sind von verschiedenen Autoren, darunter auch Victor Hugo und Toselli selbst. Ihre Inhalte sind ganz unterschiedlicher Natur: Trauer, Hoffnung, Vergänglichkeit, Leben, Liebe. So unterschiedlich und individuell die Lieder auch sind, eines haben alle gemeinsam: Man hört stets Belcanto in Reinform.
Eine musikalische Entdeckungsreise
Beim Belcanto steht stets der Gesang im Vordergrund und so fällt auch der Sopranistin Daniela Dessì und dem Tenor Fabio Armiliato die Hauptaufgabe bei dieser CD zu. Zunächst einmal muss man an dieser Stelle festhalten, dass sie ihre Sache meisterhaft lösen. Beide gehen bei ihren Interpretationen auf die Stimmung des jeweiligen Liedes ein und treffen diese sehr genau. Die Tempi sind stets sehr gut gewählt und im Einklang mit der Klavierstimme, so dass hierdurch eine Einheit entsteht. Genauso variabel und präzise abgestimmt wie das Tempo, ist die Dynamik. Selbst in den lauteren Passagen klingt es niemals in irgendeiner Weise übertrieben oder gar geschrieen, wie es leider immer wieder bei manch anderen Aufnahmen zu hören ist. Die Phrasierung ist perfekt und wird nicht, wie es beim Belcanto unverzeihlich ist, durch Atemmangel unterbrochen. Die Intonation ist fehlerfrei und sauber, der Gesang in all seinen Facetten schlichtweg makellos, von der etwas gepresst wirkenden Stimme von Fabio Armiliato bei den hohen Tönen abgesehen.
Diese technischen Details sind die eine Seite der CD, die andere geht noch darüber hinaus. Der Belcanto beinhaltet auch ein Stück Lebensgefühl; dieses auszudrücken, gelingt den Interpreten. Daniela Dessì und Fabio Armiliato können die besondere Mischung, die sich in den Liedern Tosellis findet, auf eine ganz besondere Weise umsetzen: Sie bringen mit ihren Opernstimmen die intime Atmosphäre der Lieder zum Ausdruck. Obwohl die Stücke kaum länger als drei Minuten dauern, gelingt es den Musikern eine Stimmung zu erzeugen, die überzeugt. Auch wer kein Italienisch beherrscht, kann diese Atmosphäre allein durch die musikalische Ausgestaltung erfassen bzw. erleben.
Das Gesamtpaket stimmt einfach und man hört ein harmonisches Ganzes. Es wird deutlich, dass sich nicht nur Leonardo Previero, der ein Fachmann für die Musik um 1900 ist, viel Mühe gemacht hat. Dabei klingt alles so mühelos. Weshalb die Musik Enrico Tosellis nicht mehr gefragt war, als der Skandal mit seiner Adligen Ehefrau nicht mehr als Zugpferd dienen konnte, wird man nach dem Hören dieser CD nicht mehr nachvollziehen können. Ihren Reiz haben die Lieder bis heute nicht verloren und man kann froh sein, dass sie aus der Kiste in Florenz befreit wurden. Hier ist nicht nur derjenigen bedient, der sich auf eine musikalische Entdeckungsreise begeben will.
toselli
Enrico Toselli? Wer ihn und seine Musik nicht kennt und kein sehr ausführliches Musiklexikon zur Verfügung hat, wird nur schwer etwas über ihn in Erfahrung bringen können. Zu Beginn seiner Karriere wurde Toselli (1883-1926) für sein Können als Komponist und Pianist überall bewundert. Doch dann kam die Liebe dazwischen. Er heiratete die Adlige Luise von Habsburg Lothringen, die rechtmäßig mit dem späteren König von Sachsen verheiratet war. Ein Skandal! Bald wurde Toselli zu Konzerten eingeladen, nur damit seine Frau in der ersten Reihe saß; sie war der Kassenmagnet. Nach der Scheidung konnte er nicht mehr an die früheren Erfolge anknüpfen und wurde vom Publikum vergessen. Mit nur 43 Jahren starb er.
Enrico Toselli schrieb zwei Opern ‘La cattiva Francesca’ und ‘La principessa bizzara’ (aus der letzteren entstammen zwei Stücke auf der CD). Doch seine Werke für Stimme und Klavier sind es, die ihn vor allem berühmt gemacht haben. Das bekannteste ist wohl die ‘Serenata’, die es in allen (un-)möglichen Bearbeitungen gibt und die eines von Carusos Bravourstücken war.
Der Pianist dieser CD, Leonardo Previero, der auch Musikwissenschaften studierte, fand einige der Lieder in einer Truhe in Florenz. Daher liegen viele Werke noch nicht gedruckt vor und wurden hier zum ersten Mal eingespielt - was die Aufnahme umso spannender macht. Die zugrunde liegenden Texte sind von verschiedenen Autoren, darunter auch Victor Hugo und Toselli selbst. Ihre Inhalte sind ganz unterschiedlicher Natur: Trauer, Hoffnung, Vergänglichkeit, Leben, Liebe. So unterschiedlich und individuell die Lieder auch sind, eines haben alle gemeinsam: Man hört stets Belcanto in Reinform.
Eine musikalische Entdeckungsreise
Beim Belcanto steht stets der Gesang im Vordergrund und so fällt auch der Sopranistin Daniela Dessì und dem Tenor Fabio Armiliato die Hauptaufgabe bei dieser CD zu. Zunächst einmal muss man an dieser Stelle festhalten, dass sie ihre Sache meisterhaft lösen. Beide gehen bei ihren Interpretationen auf die Stimmung des jeweiligen Liedes ein und treffen diese sehr genau. Die Tempi sind stets sehr gut gewählt und im Einklang mit der Klavierstimme, so dass hierdurch eine Einheit entsteht. Genauso variabel und präzise abgestimmt wie das Tempo, ist die Dynamik. Selbst in den lauteren Passagen klingt es niemals in irgendeiner Weise übertrieben oder gar geschrieen, wie es leider immer wieder bei manch anderen Aufnahmen zu hören ist. Die Phrasierung ist perfekt und wird nicht, wie es beim Belcanto unverzeihlich ist, durch Atemmangel unterbrochen. Die Intonation ist fehlerfrei und sauber, der Gesang in all seinen Facetten schlichtweg makellos, von der etwas gepresst wirkenden Stimme von Fabio Armiliato bei den hohen Tönen abgesehen.
Diese technischen Details sind die eine Seite der CD, die andere geht noch darüber hinaus. Der Belcanto beinhaltet auch ein Stück Lebensgefühl; dieses auszudrücken, gelingt den Interpreten. Daniela Dessì und Fabio Armiliato können die besondere Mischung, die sich in den Liedern Tosellis findet, auf eine ganz besondere Weise umsetzen: Sie bringen mit ihren Opernstimmen die intime Atmosphäre der Lieder zum Ausdruck. Obwohl die Stücke kaum länger als drei Minuten dauern, gelingt es den Musikern eine Stimmung zu erzeugen, die überzeugt. Auch wer kein Italienisch beherrscht, kann diese Atmosphäre allein durch die musikalische Ausgestaltung erfassen bzw. erleben.
Das Gesamtpaket stimmt einfach und man hört ein harmonisches Ganzes. Es wird deutlich, dass sich nicht nur Leonardo Previero, der ein Fachmann für die Musik um 1900 ist, viel Mühe gemacht hat. Dabei klingt alles so mühelos. Weshalb die Musik Enrico Tosellis nicht mehr gefragt war, als der Skandal mit seiner Adligen Ehefrau nicht mehr als Zugpferd dienen konnte, wird man nach dem Hören dieser CD nicht mehr nachvollziehen können. Ihren Reiz haben die Lieder bis heute nicht verloren und man kann froh sein, dass sie aus der Kiste in Florenz befreit wurden. Hier ist nicht nur derjenigen bedient, der sich auf eine musikalische Entdeckungsreise begeben will.
january 2012 by mandoisland